Ein Garten hält jung – einen altersgerechten Garten gestalten
Einen altersgerechten Garten gestalten
«Der Garten als Jungborn», so hiess eine Zeitschrift aus den 1950er bis in die 70er Jahre. Ein Jungborn oder Jungbrunnen – wer würde sich das nicht wünschen? Eintauchen und anschliessend erfrischt und verjüngt aus dem Wasser steigen…
Die genannte Gartenzeitschrift betitelt den Garten als Jungbrunnen. Eine Augenweide und gesunder Genuss für den Gaumen. Man ist unter freiem Himmel, arbeitet mit den Händen und sieht anschliessend, was man getan hat. Zumindest nach dem Unkraut jäten. Nach dem Säen und Pflanzen ist etwas mehr Geduld gefragt.
Doch die Freude ist gross, wenn die Samen zu spriessen beginnen, der Salat wächst und die Blumen zur Blüte kommen.
Garten früher und heute
Heutzutage ist Gärtnern ein relativ seltenes Hobby, doch früher war es gang und gäbe, sein eigenes Gemüse zu ziehen. Die Jahrgänge, die Gärtnern gewohnt sind, sind jetzt im Seniorenalter. Wahrscheinlich hat ihre Kraft nachgelassen, vielleicht auch ihre Beweglichkeit. Die Arbeit läuft nicht mehr so leicht von der Hand und es reicht nicht mehr für alles, was getan werden möchte.
Senioren verbringen in der Regel viel Zeit im Haus. Manche sind in ein Altersheim umgezogen. Und sind dort vielleicht ohne nennenswerte Aufgabe. Nichts gegen Kaffeekränzchen und Memoquiz, doch die Natur kann noch eine zusätzliche Qualität bieten. Eine sinnliche. Weil sie alle fünf Sinne anspricht:
- Den Tastsinn: Die Erde zwischen den Fingern spüren. Die warme Sonne auf der Haut. Den Wind im Haar.
- Das Sehen: Bunte Blumen und sattes Grün.
- Das Gehör: Vogelgezwitscher und das Summen von Insekten.
- Den Geruchssinn: der Duft von Erde, Gras und Blumen.
- Den Geschmackssinn: ausgereifte Erdbeeren und knackige Radieschen ernten und geniessen. Mit selbst angebauten Kräutern würzen.
Abwechslung Garten
Raus aus den vier Wänden und dem eigenen Gedankenkarussell. Im Garten kann man sich wieder «erden».
Im Garten können Senioren an Erinnerungen von früher anknüpfen, vielleicht bis in ihre Kindheit zurück.
Das gilt im Besonderen für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Wenn der Geist nicht mehr arbeitet wie sonst, bekommen Sinneseindrücke ein umso grösseres Gewicht. Natürlich ist es nicht so, dass ein Garten alle Schwierigkeiten des Alterns aus dem Weg räumt, doch kann er immer wieder Momente von kleinem und grossem Glück schenken.
Hochbeete: Bequemes Gärtnern (nicht nur) für Senioren
Vor allem für ältere Menschen – ob zuhause oder im Altersheim – sind Hochbeete eine geniale Einrichtung. In angenehmer Arbeitshöhe kann bequem gelockert, gesät, gesetzt, gegossen, gepflegt und geerntet werden. Ohne mühsames Bücken und ohne grosse Kraftanstrengung.
Ein Hochbeet anzulegen ist einfach, doch auch relativ arbeitsintensiv. Dazu müssen einige wichtige Punkte beachtet werden:
- Die beste Jahreszeit ist der Herbst, denn dann sind die benötigten Füllmaterialien wie Äste, Zweige und Laub reichlich vorhanden.
- Zuerst muss ein guter Platz gefunden werden. Am besten einer mit vielen Sonnenstunden und nicht allzu viel Zugluft.
- Als Fundament kann eine Reihe Platten dienen, der Innenbereich bleibt offen. Man kann aber auch einfach die vier Eckpfosten auf Steine setzen.
- Ganz wichtig ist es, das Hochbeet an der Unterseite mit einem Metallgitter gegen Wühlmäuse zu schützen, sonst sind die Wurzeln der Pflanzen schnell abgeknabbert. Verzinkter Draht, die Grösse der Maschen ca. 10 Millimeter und an die Unterseite antuckern.
- Hochbeete sind in verschiedenen Grössen, Formen, Farben und Materialien als Bausätze im Handel erhältlich. Mit den richtigen Mitteln und ein wenig handwerklichem Geschick können sie mit ein paar Brettern auch selbst gebaut werden.
- Um das Holz vor Feuchtigkeit und somit vor dem Vermodern zu schützen, das Hochbeet auf der Innenseite mit Folie auskleiden.
- Wer sich später nicht mit Schneckenbekämpfung herumschlagen möchte, platziert am besten gleich am Anfang rundherum einen Schneckenzaun. Zu glauben, Schnecken würden nicht in solche Höhen gelangen, ist eine Illusion.
- Das Befüllen eines Hochbeets geschieht in verschiedenen Schichten. Zuerst kommt eine Schicht dickere Äste, sorgfältig nebeneinander platziert, obendrauf immer dünnere. Darüber eine Schicht Zweige, gefolgt von einer Schicht Laub. Dazwischen wird jeweils gut festgetreten, damit die Erde später weniger absackt. Nadelgehölze gehören jedoch nicht in ein Hochbeet, da sie die Erde versauern. Eine weitere Schicht besteht aus Kompost und zuoberst wird eine gute Erde eingefüllt. Nun ist das Hochbeet fertig zum Bepflanzen.
- Die Bewässerung kann manuell mit Giesskanne oder Schlauch erfolgen. Ganz feudal ist natürlich eine automatische Bewässerung mit einem speziell zugeschnittenen System, welches bei Bedarf auch einfach programmiert werden kann.
Arbeitsteilung Hochbeet
Wer Zeit, Lust und Kraft hat, kann sich ein Hochbeet Schritt für Schritt selbst anlegen. Andernfalls stehen wir als Gartenbau-Fachkräfte gerne zur Verfügung für Beratung, Planung und Ausführung Ihrer persönlichen Gartenwünsche. Sei dies privat oder für Institutionen.