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Die einen nervt’s, die einen freut’s: Seit 2023 werden immer mehr Pflanzenschutzmittel aus dem Handel gezogen.
Das heisst, gewisse Präparate sind nur noch für die professionelle Anwendung erlaubt. Um gewisse Wirkstoffe erwerben zu können, die nicht mehr für den Hausgebrauch zugelassen sind, braucht es eine Fachbewilligung Pflanzenschutz.
«Warum eigentlich? Die bisherigen, klassischen Pflanzenschutzmittel mit ihrem breiten Wirkungsspektrum haben doch bestens funktioniert!»
... mag sich der eine oder die andere HobbygärtnerIn fragen. Ja, funktioniert haben sie super – allerdings oft auf Kosten der Umwelt. Das heisst, sie schützten wohl die ausgewählten Pflanzen, zerstörten aber vieles rundherum – so auch Nützlinge, die die Pflanzen in ihrem Wachstum und ihrer Gesundheit unterstützen würden. Im Gleichgewicht der Natur gibt es eigentlich sowieso nur Nützlinge …
Heutige
Pflanzenschutzmittel wirken viel spezifischer, deshalb erfordert die
Anwendung etwas mehr Hintergrundwissen. Doch davon abgesehen haben
sie zahlreiche Vorteile
für Natur und Garten.
Beispiel:
Einige Insektizide wirken je nach Umgebungstemperatur anders. Es gibt
Mittel auf Malzzuckerbasis, die sich um die Schädlinge legen, dort
kristallisieren und sie somit zum Absterben bringen. Die Rückstände
des Malzzuckers sind absolut ungiftig. Doch damit das Kristallisieren
funktioniert, darf es bei der Ausbringung nicht zu kalt sein.
Pflanzenschutzmittel auf der Basis von natürlichen Fettsäuren entziehen den Schädlingen die Feuchtigkeit und bringen sie auf diese Weise zur Strecke. Dafür sollte die Spritzbrühe nicht zu schnell eintrocknen, ein geeigneter Zeitpunkt zum Ausbringen ist der frühe Morgen. Fettsäuren sowie Kalisalze sind auch Bestandteile von Schmierseife, die von HobbygärtnerInnen gerne als Hausmittel gegen Läuse verwendet wird.
Es gibt Produkte mit dem pflanzlichen Wirkstoff Pyritin, einem Bienengift, welches in der Natur jedoch zügig wieder abgebaut wird. Das grosse Aber:
Diese Mittel dürfen keinesfalls während des Bienenflugs angewendet werden!
Damit Pflanzen gar nicht erst eine
Schädlingsbekämfung benötigen, setzen wir bewusst auch auf die
Pflanzenstärkung, nach dem Motto: Schützen statt Bekämpfen.
Dazu setzen wir ein Präparat mit Schachtelhalm- und Brennnessel-Extrakt ein – nach der Rezeptur eines alten Hausmittels, das sich schon seit Jahrhunderten bewährt. Auf diese Weise werden die Pflanzen resistenter gegen Pilze (z. B. gegen den gefürchteten und hartnäckigen echten oder falschen Mehltau). Auch Präparate auf Algenbasis haben eine gute Wirksamkeit.
Neue bzw. alte Pflanzenschutzmittel können den klassischen durchaus das Wasser reichen!
Pflanzenschutzmittel
auf natürlicher Basis wirken weniger systemisch und es ist wichtig,
dass sie möglichst lange auf den Pflanzen verweilen, bevor der Regen
sie abwäscht. Deshalb haben findige Gartenexperten etwas Patentes
ausgetüftelt.
Mischt man ein Präparat auf Stärkebasis dazu, baut dieses einen Schutzmantel gegen Regen auf – und vervielfacht damit die gewünschte Wirkung. Auch Stärke ist ein reines Naturprodukt und absolut unschädlich.
Achtung: Je nach Region sind die Härte und der pH-Wert des Leitungswassers unterschiedlich. Das Mischwasser für gewisse Präparate benötigt allerdings einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert – was man mit einer zusätzlichen Lösung sehr einfach ausgleichen kann. Sofern man es weiss ...
Diese Lösung korrigiert pH-Wert und Wasserhärte und verbessert so die Wirkung der Pflanzenschutzmittel erheblich. Ausserdem wird der Abbau der Wirkstoffe durch Hydrolyse verhindert.
Wir
von Keller-Meier sind wenn immer möglich natürlich unterwegs.
Deshalb arbeiten wir gerne mit einem Präparat, das bestimmte
Pilzsporen enthält. Diese haben die Eigenschaft, schädliche
Bodenpilze zu verdrängen, die normalerweise Jungpflanzen sehr zu
schaffen machen. Die zugesetzten Pilze gehen zudem eine symbiotische
Wirkung mit der Pflanze ein und stärken sie damit zusätzlich.
Pflanzenstärkung bedeutet ebenso die Anregung eines gesunden Wurzelwachstums. Unser Mittel der Wahl ist ein Präparat auf Wurmkompostbasis. Im Gegensatz zu selbst hergestelltem Kompost-Tee – was eine ziemlich aufwändige Prozedur bedeutet – ist unser Produkt länger haltbar und auch ausgesprochen wirksam.
Gartengesundheit beginnt mit einer Bestandesaufnahme der Verhältnisse vor Ort und einer entsprechenden Pflanzenauswahl. Äusserst wirksame basale Pflanzenschutz-Faktoren sind:
Pflanzen sind ein bisschen wie wir: Wenn wir uns in unserer räumlichen, sozialen und arbeitstechnischen Umgebung wohl fühlen, bleiben wir auch viel eher fit. Sind wir hingegen irgendwelchem Dauerstress ausgesetzt, dem wir nicht ausweichen können, dann drohen auch uns viel schneller diverse Infektions- und andere Krankheiten.
Pflanzenprobleme sind selten Zufall. Bei Fragen zu Pflanzen und Garten beraten und/oder unterstützen Sie gerne!
© keller-meier-gartengestaltung.ch, 31.8.2026