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permakultur: ökologisch und nachhaltig wirtschaften im eigenen garten!

Permagarten fokus naturfotografie ch Mai 2026

Permakultur: Ökologisch und nachhaltig wirtschaften im eigenen Garten!

04. May 2026

Permakultur: die Alternative zu Gartenfrust

Der Anbau von eigenem Gemüse kann für Gartenbesitzer:innen manchmal frustrierend sein! Wenn Unkraut und Schädlinge unsere fleissige Gartenarbeit innerhalb von kurzer Zeit wieder zunichte machen. Also, Früchte und Gemüse im Laden kaufen? Vielleicht könnte auch Permakultur eine lohnenswerte Alternative sein. Der nachfolgende Text soll einen Samen legen für diese motivierende Gartengestaltung.

Was bedeutet Permakultur?

Dieser Begriff setzt sich zusammen aus «permanent» und «Agrikultur» (= Landwirtschaft) und bedeutet dauerhafte, nachhaltige Gestaltung von Lebensräumen im Einklang mit der Natur.

Die Natur selbst ist Permakultur in Reinform!

Die ganze Natur besteht aus Geben und Nehmen. Einfach zusammengefasst: Was bei A abfällt, dient B als Nahrung. Aus diesem gegenseitigen Dienen und Nutzen bestehen viele natürliche Kreisläufe, die sich mühelos selbst unterhalten und wiederum mit weiteren solcher Ökosysteme vernetzt sind.

Pflanzen und Tiere arbeiten unter anderem mit Lock- und Abschreckungsstoffen, um andere Lebewesen anzuziehen oder fernzuhalten.

So gibt es beispielsweise Blüten, die den Geruch von Fäkalien imitieren, um Bestäuber anzuziehen. Andere wiederum produzieren bei Schädlingsbefall einen Lockstoff für Nützlinge. Diese biologischen Grundlagen können wir uns auch im Garten zunutze machen und den einen oder anderen Grundsatz der Permakultur anwenden.

Was sind die wichtigsten Grundsätze von Permakultur?

1. Permakultur nutzt die bestehenden Kreisläufe der Natur

Permakultur im eigenen Garten zu pflegen, ist eine wirksame Möglichkeit, Natur, Nahrung und Nachhaltigkeit zu verbinden. Dabei werden Ressourcen so eingesetzt, dass sie sich immer wieder gegenseitig regenerieren können. Ein wichtiges Ziel – und auch Ergebnis – ist, dass sich der Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln weitestgehend erübrigt.

Permakultur zielt auf dauerhafte, regenerative Bewirtschaftung ab, die Ressourcen schont und erneuert, statt sie zu erschöpfen.

2. Gezielte Pflanzenauswahl

Pflanzen gedeihen da, wo sie geeignete Lebensbedingungen vorfinden. In der Natur ergibt sich das von selbst. Im Garten muss man sich damit auseinandersetzen, was wo hinpasst. Ist eine Pflanze an einem optimalen Standort (Lichtverhältnisse, Bodenbeschaffenheit, Feuchtigkeit), wächst sie ohne übermässige Pflege. Für trockene Standorte finden sich auch trockenresistente Pflanzen etc.

Regionale Pflanzen eignen sich am besten, weil sie an das hiesige Klima angepasst sind und auch den Nahrungs-Bedürfnissen der lokalen Tierwelt gerecht werden.

3. Mehrschichtige Bepflanzung

Wie in einem Wald werden Bäume, Sträucher, Kräuter, Bodendecker und Wurzelgemüse zusammengestellt. Hohe Pflanzen wie Sonnenblumen oder Mais bieten Windschutz und Schatten für empfindlichere Kulturen. Diese «Schutzschirme» helfen dabei, das Mikroklima im Garten zu regulieren.

Tiefwurzelnde Pflanzen wie Rettich und Lupine lockern den Boden und fördern die Durchlüftung. Flachwurzler wie Salate stabilisieren die Bodenschichten und verhindern Erosion.

Bodendecker wie Kürbis und Erdbeeren verhindern das Austrocknen des Bodens und unterdrücken Unkraut. Sie halten den Boden feucht und sparen dadurch Wasser.

4. Pflanzenvielfalt statt Monokultur

Anstatt beetweise die gleichen Pflanzen anzusetzen, werden viele verschiedene Pflanzenarten kombiniert, die sich gegenseitig unterstützen, zum Beispiel Zwiebeln und Karotten.

Nährstofflieferanten (z. B. Hülsenfrüchte) verbessern die Bodenqualität und unterstützen das Wachstum benachbarter Pflanzen.

Die Idee hinter dieser Mischkultur ist, dass sich die beiden Pflanzen gegenseitig vor den jeweiligen Schadfliegen schützen. So hält das Rübeli die Zwiebelfliege ab und die Zwiebel die Rüeblifliege. Optimal ergänzen lässt sich diese Mischkultur mit Dill, der die Keimung der Karotten unterstützt.

Eines der bekanntesten Pflanzen-Trios sind Mais, Bohnen und Kürbis, die einander ebenso gut ergänzen.

5. Pflanzenabfälle werden kompostiert...

und als natürlicher und sehr wirksamer Dünger verwendet.

6. Mulchen

Pflanzenabfälle wie z. B. Rasenschnitt werden dünn auf unbedeckte Erde verteilt. Das behält die Feuchtigkeit im Boden, nimmt keimendem Unkraut das nötige Licht, verhindert Erosion und dient gleichzeitig als Düngung (= sogenannte Flächenkompostierung).

7. Umgraben überflüssig!

Um den schichtweisen Aufbau der Abermillionen Bodenlebewesen nicht zu zerstören, wird die Erde nicht umgegraben, sondern gegebenenfalls mit einer Stechgabel oder einem «Sauzahn» gelockert (Gartengerät mit einer sichelförmigen Zinke am Stiel).

8. Wasserkreislauf nutzen

Pflanzen mögen am liebsten Regenwasser. Dieses kann zum Beispiel via Dachrinne in einer Tonne gesammelt und als Giesswasser genutzt und/oder über Mulden oder kleine Teiche abgegeben werden.

Im Hinblick auf die Klimaveränderung kann es durchaus auch Sinn machen, einen unterirdischen Regenwassertank zu installieren, der die Wasserversorgung auch über die heissen Monate sicherstellt.

9. Nützlinge fördern

Integration von Tieren zur natürlichen Schädlingsbekämpfung und Düngung. Dazu können Nistkästen, Insektenhotels und Blühstreifen oder am besten natürlich gleich eine einheimische Blumenwiese als Nahrungsquelle für Bienen, Schmetterlinge und zahlreiche andere Insekten. Ein englischer Rasen kann in dieser Hinsicht ganz schlecht punkten, da zu viel Chemie und zu wenig Nektar. Gute Möglichkeiten, die Biodiversität zu unterstützen, sind ebenfalls Asthaufen in einer stillen Ecke des Gartens für Igel und andere Kleintiere sowie weiteres Totholz, in dem eine Vielzahl von nützlichen Lebewesen Heimat finden kann.

Schädlinge werden am besten durch natürliche Feinde kontrolliert statt durch chemische Pestizide.

Nützlingsfördernde Pflanzen:

  • Pflanzen wie Ringelblume (Calendula officinalis), Thymian, Borretsch, Salbei, Zwiebeln, Knoblauch etc. wehren mit ihren ätherischen Ölen oder anderen Stoffen Schädlinge ab. Zugleich ziehen sie Bestäuber an und dienen uns als wertvolle Gewürz- bzw. Heilpflanzen. Haben Sie schon mal eine Zwiebel blühen lassen? Wunderschön!
  • Wilde Möhre (Daucus carota): fördert Raubinsekten
  • Koriander zieht Marienkäfer an (Nützling gegen Blattläuse)
  • Klee verbessert den Boden
  • Basilikum fördert den Wuchs von Tomaten und hält weisse Fliegen fern

Welches sind Die Vorteile von Permakultur?

Durch die Vielfalt an Pflanzen und Tieren mit ihren verschiedenen Aufgaben und Funktionen werden die verschiedenen Systeme stabiler und widerstandsfähiger (Biodiversität) und benötigen weniger chemische Hilfsmittel. Zudem sind sie resilienter gegenüber den Klimaveränderungen.

Möglichst viel Nahrung kann lokal und eigenständig erzeugt werden. So entfallen etliche Transportwege. Der direkte Kontakt zu den natürlichen Vorgängen im Garten fördert die Ehrfurcht vor dem Leben, unsere Mitverantwortung dafür und die Dankbarkeit.

Nachteile

Dünge- und Pflanzenschutzmittel sowie Gartencenter haben entscheidend weniger Umsatz zu erwarten.

Permakultur ist ein wertvolles ganzheitliches Konzept, das ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Resilienz miteinander verbindet. Aber schon einzelne Elemente daraus umzusetzen, macht unbedingt Sinn! Vielleicht bald auch in Ihrem Garten.

© keller-meier-gartengestaltung.ch, 4.5.2026