Nach den grauen Wintermonaten freuen sich nicht nur Blumen- und Gartenliebhaber:innen jedes Jahr aufs Neue an den ersten Farbtupfern der Natur. Krokusse mit ihren bunten Blütenkelchen gehören mit zu den ersten Blühern – auch in unserern Gärten. Selbst von einer Schneedecke lassen sie sich nicht aufhalten. Nach der Winterruhe «erwachen» und profitieren sie vom warmen Licht, das auf den Boden trifft, noch bevor das Gras zu wachsen beginnt und die Bäume ihr Blätterdach ausbreiten. Grund genug, ihnen unsere Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Krokusse? Da lassen auch die ersten Insekten nicht mehr auf sich warten: die Gehörnte Mauerbiene gehört mitunter zu den ersten Wildbienen, gefolgt von Erd- und Gartenhummeln. Sie alle sammeln Pollen und saugen mit ihren langen Rüsseln Nektar aus den duftenden Blütenkelchen.
Krokusse stammen ursprünglich aus Europa, dem Orient und Nordafrika. Heute findet man sie jedoch in allen gemässigten Zonen der Welt. Bei uns in Europa sind etwa zehn Arten beheimatet, wobei es aus Züchtungen unzählige Hybridformen gibt.
Dass Krokusse so früh im Jahr austreiben und blühen können, liegt an ihren Speicherorganen, aus denen sie die dafür nötige Energie beziehen. Gefüllt werden diese Speicher in der letzten Vegetationsperiode, z. B. in Form von Stärke. Krokusse spriessen nicht – wie viele andere Frühlingsblumen – aus Zwiebeln, denn sie gehören zu den Schwertliliengewächsen und haben anstelle von Zwiebeln kleine, feste Knollen.
Krokusse mit ihren kleinen Blütenkelchen findet man vor allem in Gelb, Lila, Violett, Weiss oder auch mehrfarbig gestreift. Ein Genuss, wenn sie ein ganzes Beet oder sonstige Flächen sprenkeln oder in kleinen oder grossen Gruppen zieren. Beim Stecken kann man nach eigenem Geschmack wunderbare Motive gestalten – oder aber die Knollen nach dem Zufallsprinzip verteilen und sich dann auf die spontane Farbverteilung freuen.
Krokusse mögen:
Wenn ihnen ein Standort gefällt, zeigen sie es damit, dass sie sich im Verlauf der Jahre immer mehr ausbreiten und verwildern, was bedeutet, dass eventuelle Zuchtmerkmale verschwinden können. In ihrer Schlichtheit sind sie jedoch nicht weniger attraktiv!
Insekten freuen sich sowieso am meisten an Krokus-Wildformen (Crocus chrysanthus), denn sie bevorzugen regionale Speisen. Generell unterstützen ursprüngliche Pflanzensorten die Biodiversität am besten.
Wenn sie Lust auf eigene Krokusse bekommen haben, steht diesem Projekt nichts im Weg, denn Krokusse zu kultivieren, ist keine grosse Sache. Es gilt nur ein paar Punkte zu beachten.
Es empfiehlt sich, zwischen den einzelnen Knollen jeweils einige cm Platz zu lassen, damit sie sich gut vermehren können. Da der Boden um diese Jahreszeit noch warm genug ist, können die Pflanzen vor dem Winter gut einwurzeln und ihre kleinen Akkus aufladen. Da Krokusse nicht sehr tief wachsen, gedeihen sie sogar auf dem Balkon.
Nach der Blüte können die Knollen im Boden bleiben. Wichtig ist jedoch, Blüten und Laub stehen zu lassen, bis sie ganz verwelkt sind. In dieser Zeit sieht die Pflanze ihre Kräfte zurück in die Knolle, die sie verlieren würde, wenn man das Beet nach der Blüte «säubert». Bei Tulpen verhält es sich genau gleich, während man bei Narzissen die welken Blüten abschneidet und nur das Laub stehen lässt.
Krokusse enthalten Picrococin was für Menschen schwach giftig ist und hauptsächlich bei kleinen Kindern zu Verdauungsbeschwerden führt.
Der Preis schöner Frühlingsblüher ist wohl oder übel das anschliessende «tötelige» Laub. Wer genug Zeit und Elan hat, gräbt die Pflanzen aus und setzt sie an einen weniger prominenten Ort, damit sie ihren Prozess dort abschliessen können. Aus diesem Grund sind Krokusse – oder Frühlingsblumen generell – im Rasen eher suboptimal, da man das Gras ja dann eine gewisse Zeit nicht mähen sollte. Ausser, man mäht das Gras trotzdem und steckt die Zwiebeln oder Knollen jede Saison wieder frisch. Das wäre wahrscheinlich immer noch kostengünstiger als Frühlings-Schnittblumen aus dem Laden. Und ökologischer sowieso.
Wussten Sie, dass es auch herbstblühende Krokusse gibt? Diese müssen allerdings bereits zeitig – möglichst im August oder September – gesteckt werden. Doch nicht alles, was im Herbst nach Krokus aussieht, ist auch einer. Herbstblühende Krokusse können leicht mit den viel giftigeren lila Herbstzeitlosen verwechselt werden. Ein Kennerblick sieht aber die Unterschiede genau:
Der leckere Safran im Risotto oder anderen Speisen ist nichts anderes als die (vermahlenen) Staubfäden des Safran-Krokusses «crocus sativus».
Der Name Safran stammt aus dem Griechischen und bedeutet schlicht und einfach Krokus.
Safran lässt sich in unseren Breitengraden auch im Garten anbauen und zwar an seinem absolut sonnigsten Platz. Seine Knollen steckt man tiefer, nämlich 10 bis 15 cm in die Erde, mit einem Abstand von 12 cm. Zeitpunkt: Juli bis Mitte September. Pflege ist keine nötig, ausser im Frühjahr wenig Kompost.
Wenn die Voraussetzungen stimmen, vermehren sich auch diese Knollen fleissig. Die Blüte- und somit Erntezeit ist Oktober/November. Das Safranlaub spriesst November/Dezember und bleibt den ganzen Winter über grün, auch bei Schnee und Frost, bevor es im späten Frühling verwelkt.
Bei der Safranernte braucht es Fingerspitzengefühl, da geht es darum, mit einer Pinzette die drei orangeroten Stempelfäden aus der violetten Blüte zu ziehen. Frischer Safran hat übrigens kaum Geschmack. Er muss getrocknet und mindestens einen Monat in einem dicht verschlossenen und lichtgeschützten Gefäss aufbewahrt werden, bevor er sein volles Aroma entfaltet hat. Für ein Safran-Risotto für 4 Personen benötigt es circa 15 Fäden, sprich 5 Blüten.
Die Herstellung von Safran ist enorm arbeitsaufwändig, daher zählt er auch zu den teuersten Gewürzen und als Luxusgut.
Die im Safran enthaltenen Carotinoide sind ein ausgezeichnetes Färbemittel, das in der Antike zur Färbung von Kleidungsstücken wie auch zur Goldfärbung von Inschriften verwendet wurde. Ausserdem wird Safran bis heute als pflanzliches Heilmittel geschätzt.
Wo viel Geld im Spiel ist, wird da und dort schon mal geschummelt. Und so wird Safran gerne mit anderen Stoffen gestreckt wie Kurkuma, Paprika oder chemischen Stoffen. Hier lohnt es sich, auf glaubwürdige Bezugsquellen zu achten.
Beim Kauf von Safran als ganze Staubfäden ist die Betrugsgefahr wesentlich geringer. Die einzelnen Fäden müssen allerdings kräftig orangerot sein, sonst wurden sie mit den gelberen Narbengriffeln der Blüte gestreckt.
Schon bald ist die Blütezeit der Frühlingskrokusse vorbei. Doch nach dem Krokus ist vor dem Krokus. Zeit, die nächste Blütenpracht im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse zu planen!
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keller-meier-gartengestaltung.ch, 6.3.2026