Ihr Gärtner im Zürcher Oberland

pflanzen standortgerecht setzen

Thymian im Garten Fokus Naturfotografie ch DSC3329 1

Pflanzen standortgerecht setzen

01. October 2026

Es ist wieder Pflanzzeit. Welcher Gartenfreund hat nicht schon die Erfahrung gemacht, dass er in freudiger Erwartung eine Pflanze gesetzt hat – die aber einfach nicht so recht gedeihen wollte? Und in der nächsten Saison war sie unter Umständen gänzlich verschwunden. Was für eine Enttäuschung! Vielleicht hat er sich tatsächlich getäuscht, indem er dieser Pflanze einfach nicht die richtigen Bedingungen verschafft hat, die sie für ihr Wachstum braucht. Das muss nicht sein! Denn der Standort einer Pflanze im Garten ist, unter anderem, entscheidend, wie gut sie gedeiht. In diesem Artikel das Wichtiges über die Standortwahl für Pflanzen in Ihrem Garten. Wo gedeihen Pflanzen am besten?

In der Natur beobachten wir, wie jeder Lebensraum von spezialisierten Pflanzen besiedelt wird. Da finden sie die benötigten Lebensbedingungen und wachsen dicht drauflos.

Die meisten Gärten bieten unterschiedliche Bedingungen, von sonnig bis schattig, von trocken bis feucht, von mager bis nährstoffreich. Diese Gegebenheiten können gewinnbringend genutzt werden.

Vielfalt mit einzigartigen Bedürfnissen

Es gibt Pflanzen, die nahrhaften, humosen Boden lieben, andere wiederum gedeihen nur in magerem, eher sandigem Untergrund mit wenig organischem Material. Im feuchten Klima eines Waldes wachsen üppige Farne, die beispielsweise an einem sonnigen Berghang keine Überlebenschance hätten. Dort hingegen fühlen sich Pflanzen wie der Blaue Enzian wohl, der im Wald schon nach kurzer Zeit absterben würde.

Bei der Auswahl von Pflanzen sollte daher stets die Bodenbeschaffenheit, die Ausrichtung des Geländes und noch einige weitere Faktoren begutachtet werden. Denn wenn die Bedingungen stimmen, können sich Pflanzen optimal entfalten.

Durchdachter Pflanzplan als wichtige Grundlage

Bekommt ein Gewächs, was es braucht – das heisst, es besteht ein stabiles ökologisches Gleichgewicht mit seiner Umgebung – benötigt es kaum Pflege von gärtnerischer Seite.

Ein durchdachter Pflanzplan bildet also die Grundlage für ein gedeihendes Gartenparadies.

Standortgerecht gesetzt => robuste und pflegeleichte Pflanzen

Für jeden Standort gibt es geeignete Pflanzen, im besten Fall sind dies einheimische. Einheimische Pflanzen sind mit den natürlichen Gegebenheiten des Ökosystems und des Klimas vertraut und fühlen sich darin wohl. Auch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erübrigt sich dann in den meisten Fällen.

  • Fühlt sich eine Pflanze wohl, ist sie stark und damit auch resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen (wie z. B. Mehltau und Blattläusen).
  • Die Recherchen-Arbeit, die man hat, um Pflanzen gezielt zu platzieren, zahlt sich später durch einen wuchsfreudigen und pflegeleichten Garten aus.

Pflanzen mögen keine nassen Füsse!

Grundregel Nummer 1: Pflanzen mögen keine nassen Füsse.

Die allermeisten Pflanzen serbeln schnell, wenn sie im Wasser stehen müssen. Mit Ausnahme von expliziten Moorpflanzen wie z. B. Moosen, Erika, Rhododendron, Moosbeeren (Cranberrys) etc. vertragen Pflanzen keine Staunässe. Im Gegensatz dazu gedeihen diverse Moorpflanzen wie beispielsweise Blutweiderich und Sumpfschwertlilien durchaus auch an trockeneren Standorten.

Gute Zusammenarbeit geht über alles!

Wie viele Menschen arbeiten im Dienstleistungssektor, in der Produktion, in der Carearbeit etc. Geduldig, unspektakulär, unscheinbar. Da wird unermüdlich gereinigt, gekocht, gebacken, hin- oder wegtransportiert, gehegt, gepflegt, bedient, bebaut ... Diese Leistungen werden oft als selbstverständlich hingenommen – bis mal so ein «Zahnrad» ausfällt und die entstandene Lücke schmerzlich spürbar wird.

In der Natur geschieht eine ähnliche Zusammenarbeit

In der Erde findet ein reiches Bodenleben statt. Da stellen Millionen von Mikroorganismen Nahrung bereit, verwerten Abfallstoffe, transportieren sie ab, vertreiben Schädlinge und erhalten die gesunde Ordnung aufrecht.

Jedes Bodenlebewesen erfüllt in seiner spezifischen Erdschicht seine spezifischen Aufgaben.

Pflanzen sind auf diese kleinen Dienstleister angewiesen. Es entstehen auch verschiedene Kooperationen, wo einander in die Hand gespielt wird. Win-win als bewährtes Prinzip der Natur. Stimmt dieses ökologische Gleichgewicht, können Pflanzen kräftig wachsen und blühen.

Deshalb ist das Kultivieren von Pflanzen in gewachsenem Boden viel einfacher als die Haltung in Töpfen.

Umgraben ist out

Ein lebendiges Bodenleben ist für das Gedeihen von Pflanzen also von grösster Bedeutung. Daher ist es überhaupt nicht förderlich, den Boden nach alter Väter Sitte umzugraben. Mit dem Durcheinanderbringen der Erdschichten stört man dieses ausgeklügelte Zusammenspiel massiv und viele der wertvollen Mikroorganismen sterben in der Folge ab. Viel besser ist ein leichtes Lockern der Erde mit einer Stechgabel, ohne die einzelnen Schollen zu wenden.

Bei einem gesunden Bodenklima wird die Lockerung ohne viel Aufhebens von den Regenwürmern übernommen.

Gut zu wissen: Wie überstehen mediterrane Küchenkräuter unsere kalten Winter?

Beliebte mediterrane Küchenkräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano oder auch Olivenkraut lieben es – wie in ihrer Heimat – sonnig und heiss. Diese Klimabedingungen wurden dieses Jahr mehr als erfüllt! Die Frage ist nur, wie sie unsere manchmal doch kalten Winter überstehen.

Winterliche Minustemperaturen vertragen mediterrane Pflanzen viel besser, wenn der Boden durchlässig ist, das heisst, mit einem gewissen Sandanteil durchsetzt.

In durchlässiger Erde kann das Wasser leicht abfliessen und gefriert den Pflanzen nicht um die Wurzeln herum. In lehmigen, nährstoffreichen Böden, wie das bei uns oft der Fall ist, kommen sie viel schneller an ihre Grenzen. Es lohnt sich also, die Erde am Pflanzort vor dem Setzen sorgfältig mit Sand und Kies aufzumischen.

Aktuell: Wie setze ich Blumenzwiebeln für Frühlingsblumen standortgerecht?

Im Herbst für den kommenden Frühling vorsorgen: Wenn Sie sich im Frühling an Krokussen, Tulpen, Osterglocken etc. freuen möchten, ist es langsam an der Zeit, die entsprechenden Blumenzwiebeln zu stecken. Alle Zwiebelgewächse lieben einen durchlässigen Boden, wo überschüssiges Wasser schnell abfliesst. In lehmigen, langanhaltend feuchten Böden ist die Gefahr gross, dass die Zwiebeln zu faulen beginnen und im Frühling nichts mehr da ist, was blühen könnte. Sollte der Boden also lehmig-feucht sein, wäre dies nicht der richtige Standort für Tulpen & Co.

Jetzt ist Pflanzsaison – wir sind dabei

Im Herbst ist die beste Zeit zum Setzen oder gegebenenfalls Auswechseln von Pflanzen. Die Sonne brennt nicht mehr so heiss und doch ist der Boden noch warm genug, dass die Wurzeln vor dem Winter gut anwachsen können.

Gut platziert ist halb gewachsen.

Falls Sie Fragen zu Ihrem Gartenprojekt haben, stehen wir Ihnen gerne mit Rat und/oder Tat zur Seite.