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neophyten und invasive neophhyten, was heisst das?

Solidago Canadensis - invasive Neophyten

Neophyten und invasive Neophhyten, was heisst das?

01. December 2025

Neophyten – «gut» oder «böse»?

Wie verlockend ist es doch, attraktive exotische Gewächse aus dem Ausland mit nachhause zu nehmen und im eigenen Garten zu pflanzen. Und schon ist ein sogenannter Neophyt geboren. Neo = neu / Phyto = Pflanze, so lautet die Bezeichnung für nicht von sich aus in Europa heimische Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 zu uns gebracht wurden – sei es aktiv oder passiv, absichtlich oder unbemerkt.

Viele dieser ehemals Exoten haben sich mittlerweile bestens etabliert und kaum jemand denkt mehr daran, dass sie von Rechts wegen gar nicht hierher gehören.

Einige Neophhyten erfüllen uns treue Dienste und sind aus unserer Kultur nicht mehr wegzudenken, angefangen bei Kartoffeln und Tomaten.

Doch da gibt es auch andere – und die bereiten uns Probleme. Der springende Punkt ist, dass sie sich ohne menschliches Zutun ungeniert und ungehindert vermehren und ausbreiten – weil sie weder auf Konkurrenz noch auf Gegenspieler treffen.

Die Herausforderungen von invasiven Neophyten

Gewisse gebietsfremde Pflanzen integrieren sich nicht ins umliegende Ökosystem, sondern bringen es – ganz im Gegenteil – aus dem Gleichgewicht. Dies ist das Kriterium für sogenannte invasive Neophten, mit der Eigenschaft, einheimische Pflanzen- und somit auch Tierarten zurückzudrängen und ihre Lebensräume zu bedrohen, was das ohnehin schon bedenkliche Artensterben noch beschleunigt.

Vielleicht ist Ihnen schon irgendwo Drüsiges Springkraut begegnet (Impatiens glandulifera). Eine einjährige, krautige Pflanze, üppig wachsend, rosa blühend und bis zu 2,5 Meter hoch. Im 19. Jahrhundert kam sie als Zierpflanze aus Indien, unter anderem unter dem Namen Bauernorchidee. Heute breitet sie sich mit Vorliebe in Auenwäldern aus, wo sie schnell wachsende Teppiche bildet und, wie bereits beschreiben, die ursprüngliche Flora verdrängt.

Japanischer Knöterich wächst ebenfalls sehr schnell und verbreitet sich über kriechende Wurzeln, sogenannte Rhizome. Er kann ganze Hänge überwuchern, ebenfalls mit dem Problem der Verdrängung von einheimischen Pflanzen. Zudem sterben in der kalten Jahreszeit seine oberidrischen Pflanzenteile weg und das Wetter hat ungehinderten Zugang zum Boden, was zu vermehrter Erosion führt.

Nicht mehr vollständig wegzubringen ist die Goldrute, die bereits zahlreiche Feuchtwiesen besiedelt und mit ihren Wurzelausscheidungen das Wachstum anderer Pflanzen behindert.

Die Armenische Brombeere – sprich unsere Gartenbrombeere, mit oder ohne Dornen – hat ebenfalls grosses Verdrängungspotenzial und auch Henrys Geissblatt (Lonicera henryi) kann ganze Waldpartien überwuchern. Mancherorts verwildert auch die Lupine aus Hausgärten und bildet grosse Bestände in der freien Natur.

Die Pollen von Ambrosia artemisiifolia (Aufrechtes Traubenkraut) können teilweise schwere Allergien auslösen.

Natürlich ist es auch so, dass bei uns heimische Pflanzen, werden sie in fremde Regionen exportiert, ebenbürtige Auswirkungen haben. Beispielsweise der Blutweiderich, der sich in Amerika ungehindert am Ausbreiten ist.

Klimaerwärmung fördert Neophhyten

Auch der beliebte und pflegeleichte Kirschlorbeer wird – begünstigt durch Klimaerwärmung – immer mehr zum invasiven Neophhyten, wie auch die Hanfpalme, die jenseits der Alpen bereits mehr und mehr überhand nimmt. Schmetterlingsflieder überwächst gerne Ruderalstandorte wie Kiesgruben und Auenlandschaften.

Geliebte Neophyten im Garten – was tun?

Was tun, wenn im eigenen Garten Neophyten wachsen und sich bereits etabliert haben? Eine Hecke aus Kirschlorbeer? Oder eben ein herrlich blühender Schmetterlingsflieder? Man muss sie nicht zwingend beseitigen und es besteht durchaus die Möglichkeit, sie stehen zu lassen. Wobei allerdings auf Folgendes zu achten ist:

  • Blüten abschneiden, sobald sie verblüht sind. Keine Früchte ausbilden lassen (Vögel und andere Kleintiere verbreiten die inneliegenden Samen via Kot in die nähere und weitere Umgebung – und so nimmt die ungehemmte Verbreitung ihren Lauf).
  • Kirschlorbeerhecke regelmässig schneiden, um Blüten und Früchte möglichst gut zu vermeiden.
  • Keine Verbreitung im Garten zulassen.
  • Einen Ausgleich schaffen, indem man auch einheimische Pflanzen kultiviert.
Unserer Ansicht nach geht es um einen besonnen und differenzierten Umgang mit Neophyten im eigenen Garten.

Einen Garten anlegen – vorzugsweise mit einheimischen Pflanzen

Einheimische Pflanzen liegen im Trend, und das zurecht. Da sie an die hiesigen klimatischen Verhältnisse angepasst sind, wachsen sie optimal, benötigen kaum Pflanzenschutzmittel und auch keinen Winterschutz. Dafür bieten sie Schutz und Nahrung für heimische Vögel, Kleintiere und Insekten und unterstützen ohne Mühe unsererseits die Biodiversität.

Beispiele für einheimische Gartenpflanzen sind Feldahorn, Sträucher wie Sanddorn, Weissdorn, Schlehe, mehrjährige Stauden wie Wasserdost (mannshoch, rosa Blüte),Wegwarte, Natternkopf, einheimische Malven etc. Es lohnt sich, sich in das Thema einzulesen oder sich entsprechend beraten zu lassen.

Mischpflanzung statt Monokultur

Beim Anlegen eines Gartens mit einheimischen Pflanzen empfiehlt sich eine Mischpflanzung – im Gegensatz zu einer Monokultur.

Mischpflanzungen haben den Vorteil, dass sie viel robuster sind gegenüber kurzzeitigen Wetterphänomenen wie auch gegenüber Schädlingsbefall.

Zudem besteht eine höhere Insektendichte – und eine höhere Biodiversität – da in der Regel immer etwas am Blühen ist. Grundsätzlich gibt es auch weniger Ausfall und wenn doch, dann ist er weniger sichtbar.

Nun ist die Gartensaison zu Ende. Zeit, sich Gedanken zur Bepflanzung fürs oder im nächsten Jahr zu machen. Gerne beraten wir Sie unter anderem in Sachen Neubepflanzung, Neophyten, einheimische Bepflanzung, Naturgarten etc.

Nehmen Sie ungeniert Kontakt mit uns auf.